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Künstler-Portraits
Udo Osieka, Lyriker PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Heike Hartmann-Heesch   
Thursday, 8. March 2007

Udo Osieka
Lyriker 

Preisträger der Nummer 12 des „Verstärkers“mit „Traum-Recycling“  

Wie bist du zu „deiner Kunst“ gekommen?
Die Idee dazu geisterte mir schon eine ganze Zeit im Bauch herum. 

Wann hast du deine erste Geschichte/dein erstes Gedicht geschrieben, oder dein erstes Bild gemalt? Kannst du dich an das Thema erinnern?  Gab es einen besonderen Anlass?
Mit siebzehn. Ein Liebesgedicht. Den Anlass würde ich heute nicht mehr als etwas Besonderes bezeichnen.

Hast du literarische/künstlerische Vorbilder?
Erich Kästner, Bertolt Brecht, Paul Celan.

 Welches Buch hast du zuletzt gelesen? (Welchen Film gesehen, welches Theaterstück oder welche Ausstellung, Konzert besucht?)
Gelesen "Ist das ein Mensch?" von Primo Levi. Gesehen "Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson. Besucht ein Konzert der Gruppe "The Kills". 

Hast du schon ein Buch veröffentlicht? Oder deine Werke ausgestellt?

Nein.

Wie dringend brauchst du Feedback?
So wie Jimi Hendrix.

Wenn du dich nicht künstlerisch betätigen dürftest, was würdest du stattdessen tun?
Ich würde in dieser Tätigkeit nach künstlerischen Momenten suchen.  

Wo arbeitest du? Brauchst du einen „festen“ Platz? Brauchst du bestimmte Rituale, z.B. bevor du  anfängst zu schreiben?
Einen festen Platz benötige ich nicht. Rituale stören (mit Ausnahme von stets gefüllten Kaffee- oder Teebechern). Es ist eine Art Kontemplation. Am effektivsten schreibe ich am Computer, aber vieles notiere ich auch den ganzen Tag über verstreut auf kleine Zettel.  

Kannst du von deiner Kunst  leben? (Wovon lebst du? Wie lebst du?)
Nein.

 

Gibt es Prägungen aus deinem familiären Umfeld, die sich in deinen Werken zeigen? (z.B. bestimmte Personen, die auftauchen, vielleicht auch bestimmte Personen, die deinen künstlerischen Werdegang von Anfang an begleitet haben?)
Familiäre Prägungen geben - bewusst wie unbewusst - dem Geschriebenen eine Färbung. Das Interesse für Dichtung wurde durch meinen Vater geweckt.  

Was inspiriert dich? (Welche inneren und äußeren Faktoren beeinflussen deine Kreativität positiv oder negativ?)

Die Philosophen des Altertums können mich ebenso inspirieren wie die Absurditäten des Alltags. Es ist eine Suche nach dem Verborgenen. Negativ wirkt sich Zeitmangel aus. 

 

In welchem Kulturkreis bist du aufgewachsen? Inwieweit war das förderlich/hinderlich für deine Kunst?
In Deutschland mit seiner blendenden Staatskunst.

 

Welche fünf Adjektive charakterisieren dich überhaupt nicht?

Oberflächlich, humorlos, phantasielos, geschwätzig, dogmatisch. 

 

Gibt es drei „Dinge“, die du überhaupt nicht kannst?

"Dozieren"; die neue Rechtschreibung akzeptieren; ich sträube mich gegen Auswendiglernen. 

 

Welche drei großen Träume möchtest du dir erfüllen?

"Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf." (Sokrates)

 

Hast du ein Lieblingszitat, -spruch, Vers oder Buch,  welches vielleicht

zum Wahlspruch, Lebensmotto geworden ist?

"Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr." (Laotse)

Mein Lieblingsbuch: "Der futurologische Kongreß" von Stanislaw Lem.  

Fragen zum Thema „Kunst“(allgemein): Was ist für dich Qualität? Gibt es für dich objektive Maßstäbe, um die Qualität von Kunst zu beurteilen?
Wenn das Werk auch ohne den Künstler funktioniert. Wenn es im Leser (Betrachter) etwas trifft. Wenn der Künstler sich nicht durch allerlei künstliche Methoden in den Vordergrund spielen muss. 

Was fehlt in der Kunst oder der Kunst?  Was ist deiner Meinung nach das größte Problem des modernen „Kunstbetriebs“?
Der Mangel an echter Inspiration. Die Unfähigkeit des Publikums, dies zu erkennen. 

Wie hast du vom Verstärker erfahren? Welche ähnlichen Projekte kennst du?
Von einem sehr netten Leser. Ähnliche Projekte kenne ich nicht. 

Lieber Udo, vielen Dank für dieses Interview. 

Heike Hartmann-Heesch

Dr. Sonja Hermann

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