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Künstler-Portraits
Thomas Laessing PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Heike Hartmann-Heesch   
Friday, 13. April 2007
Thomas Laessing

Autor (und mehr!)

 

 

 

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Wie bist du zu "deiner Kunst" gekommen?

Sie war von Anbeginn an mit mir da. Ich kenne mich selbst nicht anders als schreibend, singend, musizierend.

 

Wann hast du deine erste Geschichte/dein erstes Gedicht geschrieben, dein erstes Musikstück komponiert oder dein erstes Bild gemalt? Kannst du dich an das Thema erinnern?  Gab es einen besonderen Anlass?
Als ich sechs Jahre alt war, schenkten meine Eltern mir meine erste Gitarre. Aus irgendwelchen Gründen waren eines Tages nur noch drei Saiten drauf. Die stimmte ich mir frei nach Gehör harmonisch und „komponierte“ mir ein Liedchen mit Text. Thema: Kleiner König Kalle Wirsch, frei nach Augsburger Puppenkiste. 

Hast du literarische/künstlerische Vorbilder?
Nein. 

Welches Buch hast du zuletzt gelesen? (Welchen Film gesehen, welches Theaterstück oder welche Ausstellung, welches Konzert besucht?)
Ich lese meist parallel mehrere Bücher aus den Bereichen Lyrik, Sach (Politisches, Soziologisches, Psychologisches) und Philosophisches/Spirituelles. Zurzeit in der Lese: Tom Shroder: Old Souls. The Scientific Evidence for Past Lives. (Gibt es leider – noch – nicht auf Deutsch) Rabelais: Gargantua und Pantagruel Thomas Ramge: Nach der Ego-Gesellschaft

Hast du schon ein Buch veröffentlicht? Oder deine Werke ausgestellt, öffentlich vorgespielt/musiziert?
Die erste eigenständige Buchveröffentlichung steht noch aus. Es gab zwar schon das ein oder andere Verlagsangebot, aber da waren jeweils die Konditionen nicht so, wie ich sie mir vorstelle. Außerdem bin ich ein recht „fauler“ Verlagssucher. Ich habe es auch nicht „eilig“. Wozu auch? Wenn’s kommt, kommt’s, und wenn nicht, dann hat mir ganz einfach das Schreiben Freude bereitet. Seit 2004 veröffentliche ich regelmäßig Lyrik und Kurzgeschichten in Anthologien und Literaturzeitschriften.

Wie dringend brauchst du Feedback?

Im Zusammenhang mit meinem Schreiben ist es mir nicht Wasser noch Brot. Über Veröffentlichungsmitteilungen meiner Werke freue ich mich natürlich sehr, klar. Weil das heißt, dass jemandem mein Geschreibsel gefallen hat.
Feedback bedeutet mir sehr viel (mehr) im unmittelbaren zwischenmenschlichen Bereich, im Rundlauf eines Gespräches, im alltäglichen Umgang miteinander.

 Wenn du dich nicht künstlerisch betätigen dürftest, was würdest du stattdessen tun?
Mich trotzdem künstlerisch betätigen. ;) Da bin ich Anarchist drin. 

Wo arbeitest du? Brauchst du einen „festen“ Platz? Brauchst du bestimmte Rituale, z.B. bevor du  anfängst zu schreiben?
Am Schreibtisch, im Auto, im Café, im Schwimmbad... Nein, außer Block und Stift brauche ich nichts. 

Kannst du von deiner Kunst  leben? Wovon lebst du? Wie lebst du?

Ich bin berufstätig als Bezirksleiter im Versicherungsaußendienst. Von meiner – literarischen – Schreiberei kann ich nicht leben, weiß auch gar nicht, ob ich das wollte, weil dann möglicherweise etwas Unbefangenes auf der Strecke bliebe. Die „Million“ für meine Werke würde ich dennoch nehmen. Schließlich habe ich ja drei Kinder, die versorgt und ausgebildet sein wollen. 

Was inspiriert dich?
Alles. 

In welchem Kulturkreis bist du aufgewachsen? Inwieweit war das förderlich/hinderlich für deine Kunst?
Aufgewachsen in gutbürgerlichem Milieu, wo es an nichts mangelte, hatte ich schon immer alle Freiheiten, mich in die Richtungen zu entwickeln, in die es mich zog. 

Gibt es drei „Dinge“, die du überhaupt nicht kannst?
Kinder gebären, Pilot eines Airbus sein, die Welt retten. 

Welche drei großen Träume möchtest du dir erfüllen? Das Träumen und das Wünschen wurden mir irgendwann als illusionär evident. Rabindranath Tagore sagt es in meinem Sinne: „Wer keinen Wunsch hat, ist dem Glück bereits ziemlich nahe.“  

Was ist für dich Qualität? Gibt es für dich objektive Maßstäbe, um die Qualität von Kunst zu beurteilen?
Also zuerst einmal: Alles ist doch Kunst, oder? Ein Essen für meine Kinder zu kochen, das ihnen dann auch schmeckt, ist Kunst (und was für eine...). Einen Garten hegen und pflegen ist Kunst. Es ist eine Kunst, jeden Morgen immer wieder aufzustehen und ins Bad zu gehen und zur Arbeit zu fahren. Bezogen auf das Schreiben: Sicherlich gibt es Qualitätskriterien: Wortschatz, Syntax usw. Hierüber allerdings eine längere Abhandlung zu schreiben, ist nicht in meinem Sinne. Ich schreibe lieber, anstatt über das Schreiben zu schreiben. 

Wie hast du vom Verstärker erfahren? Welche ähnlichen Projekte kennst du?
Als ich vor ein paar Jahren begann, nach literarischen Ausschreibungen Ausschau zu halten und meine Texte zu versenden (muss so 2002/2003 gewesen sein), bin ich über eine Internet-Suchmaschine beim Verstärker gelandet. Ein nettes Blättchen. ;) 

Lieber Thomas, vielen Dank für dieses Interview.

 

Heike Hartmann-Heesch

Dr. Sonja Hermann

 © Die Reproduktion des Textes oder auch nur Teilen davon ist nur mit Genehmigung der Urheber gestattet.   



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Vita Thomas Laessing

Adresse: E-Post: thomas.laessing(ätt)t-online.de
Netweltpräsenz: www.thomas-laessing.de
Geboren: 7.10.1961 in Kaiserlautern
Verlauf: Abitur 1981, Gymnasium am Rittersberg, Kaiserslautern, Ausbildungen und Abschlüsse: 1. Bürokaufmann, 2. Versicherungsfachmann, arbeitete in Reisebürobranche, dann EDV als Vertriebsleiter.
Anschließend Versicherungsaußendienst, heute Bezirksleiter
Sprösslinge: drei Söhne im Alter von 20, 18 und 12 Jahren
Familienstand: geschieden, ungebunden, ledig und los

Seit 2004 veröffentlicht Thomas regelmäßig Lyrik und Kurzgeschichten in Anthologien und Literaturzeitschriften. Die gesamte und recht beeindruckende Liste seiner Publikationen kann man auf www.thomas-laessing.de nachlesen.