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Künstler-Portraits
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Geschrieben von Heike Hartmann-Heesch   
Thursday, 23. August 2007
Autoren:
Dr. Sonja Hermann
Heike Hartmann-Heesch
Christa Raich
Autorin


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Wie bist du zu „deiner Kunst“ gekommen?

Über meine Gedanken?


Wann hast du deine erste Geschichte/dein erstes Gedicht geschrieben, dein erstes Musikstück komponiert oder dein erstes Bild gemalt? Kannst du dich an das Thema erinnern? Gab es einen besonderen Anlass?

Mit ca. sieben oder acht Jahren, oder wann schreibt man die ersten Aufsätze in der Schule?
Spaß bei Seite: literarisch begonnen habe ich bewusst vor ca. sechs Jahren, unbewusst sicherlich schon vor vielen Jahren.


Hast du literarische/künstlerische Vorbilder?

Ja, sehr viele: alle deren Werke, Wörter, Melodien oder Bilder in meinem Kopf einen Platz finden konnten.


Welches Buch hast du zuletzt gelesen? (Welchen Film gesehen, welches Theaterstück oder welche Ausstellung, welches Konzert besucht?)

Ich lese immer zwei bzw. drei Bücher gleichzeitig, bin sehr kritisch und kann mich danach leider oder Gott sei Dank nur mehr an die faszinierendsten Texte erinnern. Zur Zeit lese ich einen Roman (seit ca. vorletzte Weihnachten), verschiedene Literaturzeitschriften, ein italienisches Buch, die Aufsätze meiner SchülerInnen und meine eigenen. Im Kino war ich letzte Woche und zwar die Biographie von Edith Piaf – ein toller Film!


Hast du schon ein Buch veröffentlicht? Oder deine Werke ausgestellt, öffentlich vorgespielt/musiziert?

Leider noch nicht, aber einige Texte von mir kann man in renommierten Lz. und Anthologien lesen!


Wie dringend brauchst du Feedback?

Sehr!


Wenn du dich nicht künstlerisch betätigen dürftest, was würdest du stattdessen tun?

„Sportln“, lesen, faulenzen, arbeiten, keine Ahnung, doch solange ich schreibe oder denke, mache ich meistens nichts anderes!


Wo arbeitest du? Brauchst du einen „festen“ Platz? Brauchst du bestimmte Rituale, z.B. bevor du anfängst zu schreiben?

Mein Geld verdiene ich in der Schule, denn ich bin AHS-Lehrerin.
Zu Hause, meist an meinem Schreibtisch, unterm Dach, neben den Fischen und vor dem Bildschirm tippe ich alles in meinen armen alten Computer, der manchmal auch streikt und ich wieder zu Papier und Kugelschreiber greife. Ich mache jedoch sehr oft längere Schreibpausen und beginne erst wieder bevor alles zu platzen droht!


Kannst du von deiner Kunst leben? (Wovon lebst du? Wie lebst du?)

Ich arbeite und verdiene mein Geld zum Leben, wie bereits erwähnt, in der Schule.
Mit dem Schreiben habe ich bisher noch keine € 300,-- verdient. Aber was noch nicht ist, kann ja vielleicht noch werden? Man darf die Hoffnung einfach nicht aufgeben!



Gibt es Prägungen aus deinem familiären Umfeld, die sich in deinen Werken zeigen? (z.B. bestimmte Personen, die auftauchen, vielleicht auch bestimmte Personen, die deinen künstlerischen Werdegang von Anfang an begleitet haben?)

Ja, ich glaube, alle meine bisherigen Lebensbegleiter haben Platz genommen in meinen Gedanken und somit auch in meinen Texten.
Mein Großvater hat mir sicherlich den Grundstein gelegt, denn mit ihm habe ich gedichtet, gesungen und philosophiert. Außerdem durfte ich ihm beim Malen immer zuschauen.


Was inspiriert dich? (Welche inneren und äußeren Faktoren beeinflussen deine Kreativität positiv oder negativ?)

Alles im Leben inspiriert mich, mehr als das Positive jedoch das Negative.


In welchem Kulturkreis bist du aufgewachsen? Inwieweit war das förderlich/hinderlich für deine Kunst?

Meine Eltern hatten eine kleine Malerei, doch meine Mutter wollte nicht, dass ich etwas mit ihrem Job zu tun hätte, denn für sie war es beinharte Knochenarbeit für eine Frau. Mich jedoch faszinierten die Farben, der Geruch und das Ergebnis.
Ich glaube, all diese Eindrücke und Empfindungen aus der Kindheit waren ausschlaggebend für meine Kunst. Irgendwann möchte ich dann sicherlich auch zu malen beginnen, allein schon der Farben und des Geruchs wegen.


Welche fünf Adjektive charakterisieren dich überhaupt nicht?
Faul, unsportlich, eingebildet, groß, humorlos.


Gibt es drei „Dinge“, die du überhaupt nicht kannst?

Oh, mamma mia, da gibt es tausend Dinge, die ich nicht kann!
Gott sei Dank!


Welche drei großen Träume möchtest du dir erfüllen?

Ein interessantes Buch zu schreiben, vom Schreiben leben zu können und eventuell auch mit dem Malen zu beginnen.


Hast du ein Lieblingszitat, -spruch, Vers oder Buch, welches vielleicht zum Wahlspruch, Lebensmotto geworden ist?

1) Ich denke, also bin ich. 2) Der Weg ist das Ziel.
Oder 3) von mir selbst: Sehne dich manchmal in die Vergangenheit, träume dich oft in die Zukunft, doch lebe immer in der Gegenwart!



Fragen zum Thema „Kunst“ (allgemein):

Was ist für dich Qualität? Gibt es für dich objektive Maßstäbe, um die Qualität von Kunst zu beurteilen?

Für mich bedeutet Qualität: sehr gut, authentisch, unvergleich- und unverwechsel-bar. Das sind meiner Meinung nach dann auch die Kriterien, mit denen die Qualität von Kunst zu beurteilen wäre.


Was fehlt in der Kunst oder der Kunst? Was ist deiner Meinung nach das größte Problem des modernen „Kunstbetriebs“?

Die oben genannten Beurteilungskriterien! Moderner Kunstbetrieb hat oftmals nichts mehr mit wirklichem Können zu tun. Die Idee steht im Vordergrund und der Name, d. h. wenn jemand bereits berühmt ist, kann er sich alles leisten. Mein sechsjähriger Sohn hat während einer Ausstellung einmal gemeint, dass er für so ein Kritzikratzi doch kein Geld ausgeben würde. Ich gab ihm Recht!


Wie hast du vom Verstärker erfahren? Welche ähnlichen Projekte kennst du?
Über Uschtrin.



Liebe Christa, vielen Dank für dieses Interview!

Heike Hartmann-Heesch
Dr. Sonja Hermann

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