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Künstler-Portraits
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Geschrieben von Heike Hartmann-Heesch   
Tuesday, 13. November 2007
Autoren:
Dr. Sonja Hermann
Heike Hartmann-Heesch
Barbara Walter
Autorin



Wie bist du zu „deiner Kunst“ gekommen?

Nein, das war ganz anders. Die Kunst ist zu mir gekommen.


Wann hast du deine erste Geschichte/dein erstes Gedicht geschrieben, dein erstes Musikstück komponiert oder dein erstes Bild gemalt? Kannst du dich an das Thema erinnern? Gab es einen besonderen Anlass?

Da war ich zwölf Jahre alt und mein erstes "Werk" war eine Kurzgeschichte.


Hast du literarische/künstlerische Vorbilder?

Alle die gut schreiben können, ansonsten an unerreichter Stelle Albert Camus.


Welches Buch hast du zuletzt gelesen? (Welchen Film gesehen, welches Theaterstück oder welche Ausstellung, welches Konzert besucht?)

Das Buch "Die flüsternden Seelen" von Mankell, den Film "Die Queen" und die absolut phantastische Fotoausstellung von M.Gursky im Haus der Kunst in München.


Hast du schon ein Buch veröffentlicht? Oder deine Werke ausgestellt, öffentlich vorgespielt/musiziert?

Ja, ein Kinderbuch und ziemlich viele Kurzgeschichten in Anthologien.


Wie dringend brauchst du Feedback?

JA!! Bitte!! So dringend wie die Luft zum Atmen, wobei es nicht darauf ankommt, ob es positiv oder negativ ist.


Wenn du dich nicht künstlerisch betätigen dürftest, was würdest du stattdessen tun?

Einen großen Garten anlegen, Esel züchten, eine neue Rosensorte kreieren.


Wo arbeitest du? Brauchst du einen „festen“ Platz? Brauchst du bestimmte Rituale, z.B. bevor du anfängst zu schreiben?

Ich arbeite in der Küche mit dem Duft von frischem Kaffee, lauter Musik und meinem Hund unter dem Tisch.


Kannst du von deiner Kunst leben? (Wovon lebst du? Wie lebst du?)

Oh ja. Einen oder zwei Tage im Jahr. In guten Jahren können es auch ein paar mehr sein.



Gibt es Prägungen aus deinem familiären Umfeld, die sich in deinen Werken zeigen? (z.B. bestimmte Personen, die auftauchen, vielleicht auch bestimmte Personen, die deinen künstlerischen Werdegang von Anfang an begleitet haben?)

Nachhaltig geprägt hat mich meine Großmutter. Sie war Bibliothekarin und hatte einen Bauernhof und - ganz wichtig - eine Deutschlehrerin.


Was inspiriert dich? (Welche inneren und äußeren Faktoren beeinflussen deine Kreativität positiv oder negativ?)

Ein Gesicht, eine Geste, eine komische Situation, Wolken, Stimmen, Menschen.


In welchem Kulturkreis bist du aufgewachsen? Inwieweit war das förderlich/hinderlich für deine Kunst?

Bürgerlich und sehr streng katholisch in einem oberbayerischen Internat, in dem es Gedankenfreiheit nur abends vor dem Einschlafen gab. Da habe ich das Träumen gelernt.


Welche fünf Adjektive charakterisieren dich überhaupt nicht?

Sportlich, geizig, einsilbig, realistisch, unromantisch.


Gibt es drei „Dinge“, die du überhaupt nicht kannst?

Ja. Zeichnen, malen, buchhalten.


Welche drei großen Träume möchtest du dir erfüllen?

Einmal um die ganze Welt fahren, einen großen Garten anlegen, zeichnen lernen.


Hast du ein Lieblingszitat, -spruch, Vers oder Buch, welches vielleicht zum Wahlspruch, Lebensmotto geworden ist?

Es kommt alles darauf an, nicht zu verbittern. Camus
Im Frühling wohnen in Tipasa die Götter. Camus



Fragen zum Thema „Kunst“ (allgemein):

Was ist für dich Qualität? Gibt es für dich objektive Maßstäbe, um die Qualität von Kunst zu beurteilen?

Qualität ist für mich Ernsthaftigkeit. Um Kunst objektiv beurteilen zu können, bin ich in vielen Gebieten zu unwissend, also gefällt es mir oder es gefällt mir nicht, wobei Erklärungen immer helfen.


Was fehlt in der Kunst oder der Kunst? Was ist deiner Meinung nach das größte Problem des modernen „Kunstbetriebs“?

Ich glaube nicht, dass der Kunst etwas fehlt. Kunst ändert sich nicht, nur ihr Ausdruck.
Das Problem liegt für mich beim Käufer oder Kunstverwerter, der die Kunst als einen Schnäppchenmarkt betrachtet. Gekauft wird, was Gewinn verspricht, d.h., der Käufer denkt schon beim Kauf an den Weiterverkauf.


Wie hast du vom Verstärker erfahren? Welche ähnlichen Projekte kennst du?
Über Sandra Uschtrin, Wettbewerbe.



Liebe Barbara, vielen Dank für dieses Interview!

Heike Hartmann-Heesch
Dr. Sonja Hermann

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