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Künstler-Portraits
Susanne Henke PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Heike Hartmann-Heesch   
Wednesday, 12. December 2007
Autoren:
Dr. Sonja Hermann
Heike Hartmann-Heesch
Susanne Henke
Autorin

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Wie bist du zu „deiner Kunst“ gekommen?

Aus der Lust heraus, die Frage „Was wäre, wenn …?“ zu beantworten.


Wann hast du deine erste Geschichte/dein erstes Gedicht geschrieben, dein erstes Musikstück komponiert oder dein erstes Bild gemalt? Kannst du dich an das Thema erinnern? Gab es einen besonderen Anlass?

Ich weiß es wirklich nicht mehr. Aber meine Freundin und ich haben zum Beispiel im zarten Alter von elf Jahren ein sensationelles Kriminalhörspiel geschrieben (und vertont!). ;-)


Hast du literarische/künstlerische Vorbilder?

Menschen, die ihren eigenen Weg gehen (ohne dabei andere über den Haufen zu rennen).


Welches Buch hast du zuletzt gelesen? (Welchen Film gesehen, welches Theaterstück oder welche Ausstellung, welches Konzert besucht?)

Agathas Christie’s „Appointment with death“ und ein Handbuch der Kriminalistik, „Stolz und Vorurteil“ mit einer hinreißenden Keira Knightley, „Othello“ und ich gestehe, in einer Ausstellung war ich schon viel zu lange nicht mehr.


Hast du schon ein Buch veröffentlicht? Oder deine Werke ausgestellt, öffentlich vorgespielt/musiziert?

Bislang zwei eigene Storybände, Texte in Anthologien und Zeitschriften, Lesungen.


Wie dringend brauchst du Feedback?

Ich freue mich immer, wenn das Feedback konkret ist. Jemand sagt „die Story funktioniert nicht, weil du da und da eine Info unterschlagen hast“ oder jemand wischt sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln und sagt „der Typ ist genau wie mein Nachbar.“ Mit „war nett“ oder „war Mist“ kann ich nicht so viel anfangen. ;-)


Wenn du dich nicht künstlerisch betätigen dürftest, was würdest du stattdessen tun?

Einen Weg finden, mich wieder künstlerisch zu betätigen.


Wo arbeitest du? Brauchst du einen „festen“ Platz? Brauchst du bestimmte Rituale, z.B. bevor du anfängst zu schreiben?

Am liebsten zuhause mit i-book oder Füller.


Kannst du von deiner Kunst leben? (Wovon lebst du? Wie lebst du?)

Noch nicht, aber es geht aufwärts (und dann kann ich den Sponsor sponsern).



Gibt es Prägungen aus deinem familiären Umfeld, die sich in deinen Werken zeigen? (z.B. bestimmte Personen, die auftauchen, vielleicht auch bestimmte Personen, die deinen künstlerischen Werdegang von Anfang an begleitet haben?)

Nein, bei mir ist alles frei erfunden.


Was inspiriert dich? (Welche inneren und äußeren Faktoren beeinflussen deine Kreativität positiv oder negativ?)

Das Leben – die Geste einer Frau in der U-Bahn, der Gang eines verträumten Twens, ein Gesprächsfetzen, eine Zeitungsmeldung, eine Plastiktüte im Wind …


In welchem Kulturkreis bist du aufgewachsen? Inwieweit war das förderlich/hinderlich für deine Kunst?

Vor den Toren Hamburgs – glückliche Kindheit mit grüner Wiese und Großstadt vor der Haustür und vor allem vorurteilsfreien Eltern.


Welche fünf Adjektive charakterisieren dich überhaupt nicht?

Das liegt wohl im Auge des Betrachters.


Gibt es drei „Dinge“, die du überhaupt nicht kannst?

Es gibt Tausende, die ich überhaupt noch nicht ausprobiert habe.


Welche drei großen Träume möchtest du dir erfüllen?

Warum nur drei?


Hast du ein Lieblingszitat, -spruch, Vers oder Buch, welches vielleicht zum Wahlspruch, Lebensmotto geworden ist?

„Ob Sie denken, dass Sie können, oder ob sie denken, dass Sie nicht können – es ist beides richtig.“ (Henry Ford)



Fragen zum Thema „Kunst“ (allgemein):

Was ist für dich Qualität? Gibt es für dich objektive Maßstäbe, um die Qualität von Kunst zu beurteilen?

Für mich persönlich, wenn mich ein Werk anspricht, einen Eindruck hinterlässt, eine Frage aufwirft und das Ganze mit einer Leichtigkeit daherkommt, die nur erreicht, wer sein Metier wirklich beherrscht. „Objektive“ Maßstäbe sind vielleicht etwas für Leute, die gerne wissen möchten, ob ihnen ein Werk gefallen darf oder nicht.


Was fehlt in der Kunst oder der Kunst? Was ist deiner Meinung nach das größte Problem des modernen „Kunstbetriebs“?

Mut zu eigenständigem Denken auf allen Seiten.


Wie hast du vom Verstärker erfahren? Welche ähnlichen Projekte kennst du?
Über das Internet.



Liebe Susanne, vielen Dank für dieses Interview!

Heike Hartmann-Heesch
Dr. Sonja Hermann

© Die Reproduktion des Textes oder auch nur Teilen davon ist nur mit Genehmigung der Urheber gestattet.
© Foto: Sonja Brüggemann

Kurzbio
Susanne Henke lebt mit ihrem Mann in Hamburg und schreibt vor allem Krimi und Satire. Für ihr Debüt "Bissige Stories für boshafte Leser" erhielt sie 2005 den Nachwuchspreis "Deutschland schreibt". 2006 erschien ihr zweiter Storyband "Finderlohn und andere Stories". 2007 nominiert für den Deutschen Kurzkrimipreis. Mehr unter www.storysite.de