Die aktuelle Ausgabe    
des Verstärkers -    
Auszüge jetzt    

hier!    
Rezensionen
Buch: Die Hoaderlumpen (Hrg.) – Mit Palette und Kamera. Heinrich Pforr PDF Drucken E-Mail
Benutzer Bewertung: / 18
SchlechtSehr gut 
Geschrieben von Sven-Andre Dreyer   
Saturday, 27. November 2010
 
mit_palette_und_kamera.jpgMit Palette und Kamera. Heinrich Pforr
Das Autorenkollektiv „Die Hoaderlumpen“, bestehend aus den Autoren Gerhard Hilwig, Elvira Lehne und Sabine Nowak, allesamt in einer gleichnamigen nordhessischen Theatergruppe tätig, veröffentlichen unter Mitarbeit von Monika Bätz und Thomas Hilwig mit dem Buch „Mit Palette und Kamera. Heinrich Pforr“ eine einzigartige Dokumentation über den nordhessischen Maler Heinrich Pforr. Anhand alter Glasnegative, die dem Nachlass Pforrs entstammen und wunderschöne Landschafts-, vor allem jedoch Portraitaufnahmen der Bewohner des ländlichen Raums abbilden, werden auch visuell die Arbeitsgrundlagen des Malers in Form von Gemäldestudien eindrucksvoll präsentiert. Pforr, der 1880 in Laudenbach am Hohen Meißner - heute ein Stadtteil der nordhessischen Kleinstadt Großalmerode – geboren wurde, war vor allem Landschaftsmaler seiner Heimat und ein großer Genre- und Portraitmaler seiner Zeit. Als erstgeborenes Kind der Eheleute Justin und Katharina Pforr, malte und zeichnete er schon als Kind Portraits seiner Schulkameraden. Pforr durchlitt eine Kinderlähmungserkrankung, mit der Folge einer lebenslangen Gehbehinderung, die ihn schon als Kind überwiegend an Haus und Hof fesselte. In dieser Zeit entwickelte Pforr mangels physischer Möglichkeiten erste Vorlieben für das Malen.
Eindrücklich zeichnen die Autoren in „Mit Palette und Kamera“ das Leben des Malers und die politischen Umstände seiner Zeit. Dem Leser wird vermittelt, dass erste Stillleben und Landschaftsbilder des jungen Malers entstanden, nachdem der begabte Zeichner ein Stipendium an der Kunstgewerbeschule in Kassel erhalten hatte. 19-jährig wird Pforr an der Kunstakademie Karlsruhe immatrikuliert und Schüler von Professor Ritter, später Meisterschüler bei Professor Keller. In Karlsruhe wurde er schließlich durch den Graphiker und Maler Hans Thoma in seiner Arbeit nachhaltig beeinflusst. Nach mehrjährigen Aufenthalten in Mannheim und erneut in seinem Geburstort Laudenbach, geht Pforr nach Heirat und Familiengründung 1924 schließlich nach Hann. Münden. Dort lebte der Maler, der bis zum Ende seines Schaffens dem realistischen Stil treu blieb, bis zu seinem Lebensende 1970. Das Buch ist eine liebevolle und fundierte Hommage an den Maler Heinrich Pforr. Nicht zuletzt durch die eindrucksvollen Fotografien und Abbildungen der weniger bekannten Bilder des Malers, ist dies ein Buch nicht nur für Liebhaber der realistischen Malerei des vergangenen Jahrhunderts.


Die Hoaderlumpen (Hrg.): Mit Palette und Kamera. Heinrich Pforr

Sachbuch, Dokumentation
166 Abbildungen (davon 44 bunt)
P + L Druckerei, Hessisch Lichtenau
1. Aufl. Oktober 2010,
151 Seiten, gebunden, € 19,50 inkl. gesetzl. MwSt.

limitiert bestellbar unter
http://www.hoaderlumpen.de

sad, November 2010