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Kowalski Geschichten
Kowalskis Ahnentrick PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von danuka   
Saturday, 15. July 2006
Kowalskis Ahnentrick
 
Sonne zieht über den Hügel und trifft das Grabmal. Kowalski winkt mich weiter durch das feuchte Gras und legt seine Hand stolz auf den Steinhaufen, streicht über das Moos und zeigt mir die Inschrift. Kowalski, steht da. Komm mit, sagt er und geht um die Steine herum, es gibt eine schmierige Treppe, die in das Grabmal hinunterführt, eine, wie es scheint nachträglich eingebaute Eisentür sichert den Eingang. Kowalski zieht einen umständlich langen Schlüssel hervor, schliesst die Tür knarrend auf und tritt in die Dunkelheit. Ich bin noch ausser Atem, der Hügel, und taste mich hinterher. Es muss viel grösser hier sein, als es von aussen aussieht, Kowalski macht 4 Schritte und ich sehe ihn nicht mehr, die Tür hinter mir hat sich etwas zugezogen, der Lichtspalt ist so klein. Gerade gewöhnen sich meine Augen etwas an die erneute Finsternis, als ich in Feuer blicke, Kowalski steht an der Wand und entzündet ein Streichholz, wenigstens sieht er auch nichts, denke ich. Kowalski, sage ich, aber er winkt ab, er studiert die Inschriften in den Wänden, flucht als das Streichholz heruntergebrannt ist, macht immer wieder neue an, läuft umher. Kowalski, sage ich noch einmal, und er, dreht sich endlich um, die Streichholzflamme verweht im Drehwind. Was.... ist denn? Fragt Kowalski mit endloser Pause, hörbar erbost über seine eigene Ungeschicklichkeit beim Umgang mit Feuer und kramt in seinem Mantel nach neuen Hölzern. Ich.... sehe nichts mehr, erwidere ich, mit ebensolanger Pause, und Kowalski sagt: So.
So, sagt Kowalski und findet endlich die nagelneue Photonenpumpe in seinem Mantelfutter, so, sagt er, jetzt ist Schluss mit lustig.
Er bekommt sie nicht an, ich höre wie er herumfuhrwerkt und Flüche zischt, drehen, denke ich, drehen, aber ich traue mich nicht etwas zu sagen. Sekunden vergehen und ich sage es doch. Drehen. Kowalski dreht und die Pumpe jagt mir die Photonen durch die Netzhaut. Au sage ich und schliesse die Augen. Ah, sagt Kowalski und dann: Was ich Dir zeigen wollte....Ich habe eine Taschenlampe in meinem Mantel gefunden.
Weiss ich, sage ich, das ist meine, und meine linke Hand sucht bestätigend in der Leere meiner Hosentasche; mit der rechten schütze ich meine Augen und öffne sie sanft. Ah, sagt Kowalski erneut, dreht sich wankend einmal auf dem Absatz herum und weist dann süffisant lächelnd mit dem Lichtstrahl auf den steinernen Boden. Sieh Dir das an, sagt er. Hier liegen also Deine Ahnen, erwidere ich wider besseren Wissens, um Kowalski seine Show nicht kaputtzumachen.
Ja, sagt er verwirrt, aber das ist doch nebensächlich, jetzt gibt es doch Licht.

 
danuka