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Kowalski Geschichten
Rote Ampeln, Erwartungen und ... PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von janina   
Saturday, 15. July 2006
Rote Ampeln, Erwartungen und buddhistische Lebensweisheiten
 
 
Donnerstag Nachmittag, Kowalski und ich fahren die Strasse entlang, auf unseren Fahrrädern, seines grün und ungeputz, meines verrostet und vormals schwarz. Die Wolken nehmen der Sonne die Sicht, das macht nichts, so ist es nicht zu heiß.
"Die Menschen verstehen mich manchmal nicht" seufzt Kowalski da.
Ich drehe mich zu ihm: "Aber, Kowalski, Du bist doch so aufrichtig. Einen ehrlicheren Menschen als Dich kenne ich nicht."
"Ja, das stimmt wohl. Ich sage was ich denke und tue was ich sage. Und trotzdem wundern sie sich noch immer über mich, manchmal zumindest."
"Dann nehmen sie Dich eben nicht wirklich wahr und hören Dir nicht zu. Aber dann ist es doch auch nicht wichtig, ob sie sich wundern oder nicht."
Der Verkehr wird dichter.
Kowalski sagt: "An roten Ampeln halte ich an."
Ich nicke.
"Das Problem ist," fährt Kowalski fort, "dass sie erwarten, ich würde so handeln wie ich es vorher sage. Aber Erwartungen beschneiden den Menschen in seiner Handlungsfreiheit. Und wir alle möchten doch frei sein, oder?"
Ich habe keine Zeit mehr, ihm zu antworten; die Ampel vor uns wird gerade rot, ich muß scharf abbremsen. Ich halte an, Kowalski fährt weiter.
"Kowalski," rufe ich, "Du sagtest doch....", aber die Autos fahren an und der aufkommende Lärm schluckt meine Stimme. Und dann frage ich mich, ob ich eigentlich normalerweise an roten Ampeln stehenbleibe. Ich tue es nicht.

 
janina